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Japanische Enzephalitis: Wirksame Impfung, trotz neuem Impfstoff selten notwendig (pdf-file)

Der neue Impftoff (Ixiaro) gegen Japanische Enzephalitis (pdf-file)

Erreger: Japanische-Enzephalitis-Virus (JEV). Das JEV gehört wie die Dengueviren, das Gelbfiebervirus oder das West-Nile Virus zur Familie der Flaviviren. Der Durchmesser beträgt 35-50 nm und das Virus ist von einer Lipidhülle umgeben. Das Genom besteht aus einer Einzelstrang RNA von ca. 11 kb Grösse. Auf dieser ist die Information für 3 Strukturproteine (Kapsel-, Membran- und Hüllproteine) und 7 Nichtstrukturproteine (Enzyme) kodiert.

Vorkommen: Die JE ist eine der Hauptursache für Hirnentzündungen in Asien. Jährlich treten etwa 30'000 bis 50'000 Fälle auftreten. Das JEV wird besonders in ländlichen Gebieten mit Reisproduktion und Schweinezucht übertragen. Infektionen kommen aber auch in städtischen Gebieten. JE ist in zahlreichen Ländern Asiens wie China, Japan, Korea, Russland, Taiwan, Philippinen, Indonesien, Singapur, Malaysia, Vietnam, Kambodscha, Laos, Thailand, Burma, Bangladesh, Nepal, Indien und Sri Lanka verbreitet. In den nördlichen Gebieten Asiens ist JE eine saisonale Krankheit, die während der Monsunzeit .

Übertragung: Das JEV weist einen komplexen Lebenszyklus auf. Das Virus zirkuliert zwischen Vögeln (z.B. Reihern) und Mücken (z.B. Culex tritaeniorhynchus, Culex vishnui). Hausschweine spielen eine wichtige Rolle als amplifizierender Wirt, wobei sie selber nicht ernsthaft erkranken. Das Virus kann zwar Menschen, die meisten Haustiere sowie Vögel, Fledermäuse, Schlangen und Frösche infizieren, für die Vermehrung der Viren sind aber hauptsächlich Schweine wichtig. Die Culex-Mücken gedeihen besonders gut in überfluteten Reisfeldern, Sümpfen und stehenden Gewässern.

Bei Reisenden nach Asien ist das Risiko einer Infektion und Erkrankung an JE äusserst gering. Nur bis 3maximal 3% der Culexmücken sind mit dem JEV infiziert, Culex Mücken machen lediglich 10% der gesamten Mückenpopulation aus. Weniger als eine von 250 infizierten Personen erkrankt zudem an einer JE. Das Risiko beträgt etwa ein Fall pro eine Million Reisende pro Jahr.

Krankheitsverlauf (Symptomatik): Bei den meisten infizierten Personen verläuft die Infektion unbemerkt oder verursacht nur milde Symptome. Personen, die einen schwereren Krankheitsverlauf haben (ca. 0.25% der Infektionen), entwickeln 6-8 Tage nach dem Stich der Mücke zuerst grippale Krankheitszeichen mit Fieber, Schüttelfrost, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Konfusion und Erregtheit können ebenfalls als frühe Symptome auftreten. Bei fortschreitender Krankheit kann sich eine schwere Hirnentzündung entwickeln, die in 5 bis 30%% der Fälle tödlich verläuft. Unter den Überlebenden erleidet etwa ein Drittel der Erkrankten bleibende neurologische Schäden.

Diagnostik: IgM Antikörpern können im Verlauf der Krankheit durch einen Antikörper-ELISA nachgewiesen werden. Dabei ist zu beachten, dass Infektionen mit anderen Flaviviren (insbesondere Dengue-Viren, Gelbfieber-Viren und Viren des TBE-Komplexes) zu falsch positiven Resultaten führen können.

Therapie: Es existiert keine spezifische Therapie. Die Therapie erfolgt ausschliesslich symptomatisch.

Prävention: Der alte BIKEN JE-Vax Impfstoff wird nicht mehr hergestellt, ist jedoch vereinzelt noch erhältlich. Der neue Impfstoff IC-51 (Intercell, Novartis) (Ixiaro) ist seit Sommer 2010 in der Schweiz auf dem Markt. Totimpfstoff, 2 Dosen Schema (Tag 0 und 28), ab vollendetem 18. Altersjahr zugelassen, Kinder können mit Ixiaro (off label use) geimpft werden. Protektive Wirkung 12 Monate, wahrscheinlich länger (protektive Antikörper 58 bis 83% 12 Monaten nach der ersten von zwei Impfdosen).