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Reiseapotheke

 

Auf Reisen ist der Zugang zu medizinischer Hilfe häufig schwierig, so dass Reisende versuchen sich zuerst selber zu helfen. Dies wird am besten mit einer vorbereiteten und individualisierten Selbstbehandlung durchgeführt. Dem Reisenden gibt dies die notwendige Sicherheit bei häufig auftretenden Krankheitssituationen wie z.B. Durchfällen sich selber mit ihm vertrauten Medikamenten aus der Reiseapotheke zu behandeln. Selbstbehandlung ist zwar nicht immer unproblematisch, führt grundsätzlich zu mehr Fehldiagnosen und kann zur Verzögerung einer ärztlichen Behandlung führen. Die globale Telekommunikation hat auch dazugeführt, dass die Hausärzte im Herkunftsland immer häufiger kontaktiert werden. Ferndiagnosen sind zwar unzuverlässig, Selbstdiagnosen jedoch noch viel mehr. Die Zusammensetzung einer Reiseapotheke darf nie nach einem starren Schema erfolgen, sondern muss sich an den zu erwartenden Gesundheitsstörungen, dem Reisestil, der medizinischen Versorgung vor Ort, sowie den Fähigkeiten des Reisenden eine Behandlung der Situation korrekt anzupassen, orientieren. Malariaprophylaxe/Notfalltherapie: Bei allen Reisenden muss abgeklärt werden, ob sie in ein potentielles Malariagebiet reisen. Im Zweifelsfall wird am besten ein Merkblatt mitgegeben, damit bei einer Routenänderung zumindest die entsprechenden Informationen vorliegen. Die Empfehlungen für die Chemoprophylaxe ändern häufig. Sie können auf der Web Seite des Bundesamt für Gesundheit www.bag.admin oder über www.safetravel.ch abgerufen werden.



Durchfälle: Bis zu 60% der Reisenden in Drittweltländer leiden vor allem während der ersten Woche ihres Aufenthaltes an Durchfällen, die meist 3 bis 4 Tage, in 10 % jedoch länger als eine Woche dauern. Weltweit die häufigsten Erreger sind enterotoxigene E.coli (ETEC) (~50%), gefolgt von Campylobacter (~30%), Shigellen (~25%) und Salmonellen (~15%). Die von den Reisenden gefürchtete Amöbenruhr und die Giardiasis sind hingegen selten und lediglich in etwa 2 bis 5 % für einen Reisedurchfall verantwortlich. In 20 bis 50% findet man keine Krankheitserreger. „Peel it, cook it, boil it or forget it“ ist immer noch die beste Durchfallprophylaxe. Gekochte und heisse Nahrungsmittel sind unbedenklich, ebenso geschälte Früchte, Brot, Tortillas u.a. Hingegen gelten rohes Fleisch, Meeresfrüchte, Mayonnaise, Eiswürfel, Salat, nicht-pasteurisierte Milch u. a. als risikobehaftet. Wasser soll nur aus der Flasche, gekocht, gefiltert (z.B. Katadyn® Filter mit Porzellankerze) oder desinfiziert (z.B. mit Chlor (Natriumhypochlorit, Micropur® forte) konsumiert werden. Die alleinige Desinfektion mit Silberionen (z.B. Micropur®) ist ungenügend.

Eine Prophylaxe des Reisedurchfalls mit Antibiotika (Chinolone) ist zwar wirksam, jedoch teuer und unverhältnismässig. Reisedurchfälle verlaufen meistens selbstlimitierend.

Reisende sollen lernen einen banalen Durchfall von einer Dysenterie mit eventuell. blutigen und febrilen Durchfällen unterscheiden zu können, um so selber zu entscheiden, ob eine Selbstbehandlung z. B. mit Chinolonen oder aber eine Arztkonsultation notwendig ist. Leichtere Durchfälle können mit einer Eintagesbehandlung (z.B. Ciprofloxacin 750 mg als Einmaldosis), schwerere Durchfälle müssen während 3 bis 5 Tagen behandelt werden (z.B. mit Norfloxacin 2 mal 400 mg/Tag während 3 Tagen oder Ciprofloxacin 2 mal 500 mg/Tag während 3 bis 5 Tagen. Cotrimoxazol (z.B. Bactrim®) hat keinen Platz mehr in der Selbstbehandlung von Durchfällen. Bei Kindern muss an Stelle von Chinolonen Azithromycin (Zithromax®) eingesetzt werden. Resistenzen gegen Chinolone sind für einzelne Bakterien (insbesondere Campylobacter jejuni und Salmonellen in Asien) massiv am zunehmen.

Der orale Elektrolyt- und Flüssigkeitsersatz in Form einer Zucker-Salz-Lösung ist und bleibt immer noch das wichtigste Behandlungsprinzip. Das häufig empfohlene Coca-Cola® ist wegen der hohen Osmolarität ungeeignet. Peristaltikhemmende Arzneimittel (z.B. Loperamid) sind bei einer banalen Gastroenteritis wirksam. Da die Durchfälle aber meistens selbstlimitierend sind, dienen diese Mittel mehr dem Komfort des Reisenden. Sie sind bei Kleinkindern unter 2 Jahren kontraindiziert.

Im Notfall: 2.5 bis 3 g (1 halber Teelöffel oder 3 Prisen) Kochsalz und 50 g (10 gestrichene Teelöffel) Zucker in einem Liter Wasser auflösen.

Übelkeit, Erbrechen wird häufig durch Kinetosen (Reise- oder Seekrankheit) ausgelöst oder treten im Rahmen von gastrointestinalen Infekten auf. Eine Behandlung erfolgt symptomatisch am besten mit Domperidon (z.B. Motilium® lingual). Metoclopramid (Paspertin®, Primperan®) ist ebenfalls wirksam, kann jedoch extrapyramidale Störungen vor allem bei jungen Frauen hervorrufen. Bei Kleinkindern sollen diese Medikamente nicht angewendet werden.



Schmerzen, Fieber: Analgetika und Antipyretika sind auf der ganzen Welt rezeptfrei erhältlich. Trotzdem ist es sinnvoll solche Medikamente, die dem Reisenden vertraut sind, mitzuführen, um sie sofort zur Hand zu haben. Paracetamol ist auch für Kinder geeignet. Erwachsene können auch Acetylsalicylsäure (Aspirin®) oder einen Nicht-steroidalen Entzündungshemmer wie z.B. Ibuprofen (z.B. Brufen®) oder Diclofenac (z.B. Voltaren®) mitführen. Suppositorien für Kinder sind in warmen Ländern häufig ungeeignet.



Infektionen, Antibiotika-Selbsttherapie
: Nach Möglichkeit soll nur ein einziges Antibiotikum verschrieben werden. Es gibt keine Antibiotika, die alle Probleme zu lösen vermögen. Der Reisende muss wissen, für welche Indikation ein Antibiotikum indiziert ist. Es ist kein Husten- oder Fiebermittel. Eine allzu restriktive Verschreibungspraxis ist nicht sinnvoll. Antibiotika können auch im Ausland häufig ohne Rezept und meistens viel kostengünstiger gekauft werden, aber welches? Der häufigste Grund für eine antibiotische Selbstbehandlung sind Durchfälle sowie respiratorische Infekte. Daneben sind sie eventuell notwendig zur Behandlung von Weichteilinfekten, Tierbissen, Urininfekten bei einer Frau oder einer akuten Otitis media oder Otitis externa bei Tauchern.

Levofloxacin (Tavanic®) ist wirksam gegen Streptokokken (Hals, Lunge, Weichteile) und Pneumokokken, sowie gegen die meisten Errreger von Durchfällen und Urininfekten. Es wäre somit das ideale Antibiotikum für den Reisenden. Es ist jedoch teuer und für die Behandlung von Reisedurchfällen nicht dokumentiert. Cotrimoxazol ist auf Grund der Resistenzlage enteropathogener Bakterien obsolet geworden.

 

Indikation für die Selbstbehandlung mit Antibiotika


Durchfälle oder Fieber
Tierbisse an der Hand
Menschenbisse
Weichteilentzündungen, Lymphangitis
Halsschmerzen mit Streptokokkenangina
Lungenentzündung
Urininfekt
akute Mittelohrentzündung
akute Gehörgangsentzündung (Taucher)

 

Hautprobleme: Mückenabweisende Mittel (z.B. Antibrumm® forte, Autan® u.a.) sowie Sonnenschutzmittel, die sowohl das UV-B wie auch das UV-A Spektrum (z.B. New Daylong® ultra SPF 25) gehören selbstverständlich in jedes Reisegepäck. Eine Creme mit einem nicht-halogenisierten Steroid (z.B. Prednitop® 0.25%) oder Hydrocortison (Locoid®) kann durchaus sinnvoll zur Behandlung einer z.B. durch Mückenstiche verursachten allergischen Reaktion oder eines Sonnenbrandes sein. Cremen und Salben mit antimykotisch/antibakterieller Wirkung (z.B. Imacort® oder Imazol®) oder antibiotikahaltige Präparate (z.B. Fusidinsäure (Fucidine®) können je nach Reiseziel und Aufenthaltsdauer die Reiseapotheke ergänzen. Taucher benötigen zur Prophylaxe und Therapie einer Otitis externa Ohrentropfen. Essigwasser zur Prophylaxe, Antibiotika- und steroidhaltige Ohrentropfen z.B. Panotil®- oder Ciproxin® Tropfen zur Therapie, sind am besten geeignet.



Reisekrankheit (Kinetose) ist eine vestibuläre Reizung die durch Bewegungsmomente verursacht wird (Schiff, Flugzeug, Auto, Bahn, Schwerelosigkeit im Weltall). Allen Kinetosen liegt letztendlich ein Konflikt zwischen 2 oder mehreren nicht zusammenpassenden Sinneseindrücken zu Grunde. Kinder und Frauen sind häufiger betroffen. Nach dem 50. Altersjahr nimmt die Häufigkeit ab. Die beste Massnahme ist die Adaptation, dazu sind jedoch manchmal mehrere Tage notwendig. Nicht allen Personen gelingt es sich zu adaptieren. Die Adaptation kann eventuell transferiert werden (z.B. auf ein anderes Schiff). Ohne entsprechende Reize geht sie jedoch nach einigen Wochen bis Monaten meistens wieder verloren. Vermutlich spielt auch die Erwartungshaltung eine große Rolle. Dafür spricht die gute Wirksamkeit von Placebos von über 50%. Hauptsymptome sind Übelkeit, Schwindel, Erbrechen, Mattigkeit, Hyperventilation, Schweißausbrüche, Herzklopfen und Erbrechen. Eine Pseudokinetose ist ein Bewegungsschwindel mit ähnlichen Symptome, die nur durch Sehreize ausgelöst (z.B. in Flug- oder Fahrzeugsimulatoren, bei Computerspielen etc) werden, jedoch ein intaktes Gleich-gewichtsorgan voraussetzen. Everyone has a treatment but no one has a cure. Scopolamin (Scopoderm® TTS) ist nicht mehr im Handel. Scopolamin ist zwar wirksamer als der Ca-Antagonist Cinnarizin (Stugeron®), hat jedoch mehr Nebenwirkungen. Neben Cinnarizin (Stugeron®) 150 mg/Tag werden zur Prophylaxe fast ausschliesslich Antihistaminika eingesetzt z.B. Dimenhydrinat (Dramamine®), Cyclizine (Marzine®), Meclozine (Itinerol®), Flunarazine (Sibelium®). Wichtigste unerwünschte Wirkung ist Müdigkeit. Ingwerpräparate (z.B. Zintona®) sind zwar gut verträglich, ihre Wirksamkeit ist jedoch nicht ausreichend dokumentiert. Phenytoin, das wesentlich besser wirkt als alle anderen Medikamente, wird vor allem in der Weltraummedizin verwendet. Unwirksam sind Akupressur und Biofeedback. Medikamente müssen mindestens 2 bis 4 Stunden vor der Exposition eingenommen werden. Beste Strategie ist wahrscheinlich die Einnahme von Cinnarazin (Stugeron®) 2 mal 75 mg/Tag.



Jet lag, Schlafstörungen: Bei Flugreisen über mehrere Zeitzonen (ab 5 bis 6 Stunden) orientiert sich der menschliche Organismus vorerst weiter am Rhythmus des Ausgangsortes. Bei Reisen nach Osten wird pro Zeitzone etwas ein Tag für die Anpassung benötigt, bei Reisen in westlicher Richtung geht es rascher. Wichtig ist die sofortige Orientierung am Ankunftsort an den lokalen Tag-Nacht Rhythmus. Die Wirkung der vor allem in den USA empfohlenen Diäten ist nicht dokumentiert. Melatonin kann die Anpassung evtl. erleichtern, eine überzeugende Wirkung konnte nicht nachgewiesen werden, die Studien sind widersprüchlich. Melatonin, das in der Schweiz offiziell nicht erhältlich und nicht registriert ist (in den USA als Nahrungsergänzung frei im Handel) muss am Vortag zu der Zeit eingenommen werden, an der man am Bestimmungsort zu Bett gehen wird. Die Behandlung muss dann über mehrere Tage weitergeführt werden. Die auch ohne jet lag auf Reisen häufig auftretenden Schlafstörungen werden, wenn überhaupt notwendig, am besten mit mittellang wirkenden Benzodiazepinen wie Oxazepam (Seresta®) oder Lormetazepam (Noctamid®) behandelt. Kurz wirksame Bezodiazepine wie Midazolam (Dormicum®) oder Triazolam (Halcion®) können selten stark störende anterograde Amnesien verursachen.



Allergie-Notfälle: Nur Personen mit einer Anamnese für anaphylaktische Reaktionen benötigen entsprechenden Medikamente in der Reiseapotheke wie Adrenalin zur Injektion (Epi-Pen®), gut verträgliche Antihistaminika wie Cetirizin (Zyrtec®), Loratadin (Claritin®) und ähnliche, sowie Glukokortikoide (z.B. Spiricort® 50 mg Tabletten).



Thromboembolieprophylaxe: Das Thromboembolie-Risiko ist auch bei Flugreisen, die mehr als 6 Stunden dauern, gering. Wichtig sind während des Fluges genügende Flüssigkeitszufuhr, möglichst kein Alkohol oder Schlafmittel, wiederholte Bewegung der Beine (Turnübungen mit den Füssen, Herumgehen) und evtl. Stützstrümpfe. Für spezielle Fälle (z.B. Personen mit Thromboseanamnese, Thrombophilie, Frauen mit Risikofaktoren wie Pille Nicotin) kann unmittelbar vor der Reise ein niedermolekulares Heparin (z. B. Dalteparin (Fragmin®) subkutan gespritzt werden. Die Wirkung von Acetylsalicylsäure ist für diese Indikation nicht ausreichend dokumentiert.



Höhenkrankheiten: Man unterscheidet das Höhenlungenödem von der akuten Bergkrankheit, die sich in seltenen Fällen mit einem Höhenhirnödem manifestieren kann. Schwerer Formen eines Höhenlungenödem mit pulmonal-arterieller Hypertonie und normaler linksventrikulärer Funktion oder einer akuten Bergkrankheit mit Höhenhirnödem treten eher selten und meistens in einer Höhe von über 3500 m über Meer auf. Die Inzidenz eines Höhenlungenödems oder einer akuten Bergkrankheit kann durch eine adäquate Akklimatisation tief gehalten werden. Allgemein wird empfohlen ab 2500 m über Meer die durchschnittliche Aufsteiggeschwindigkeit von 300 m/Tag nicht zu überschreiten. Ist eine gute Akklimatisation oder ein rascher Abstieg aus logistischen Gründen nicht möglich, empfiehlt es sich entweder eine medikamentöse Prophylaxe durchzuführen oder eine Notfallmedikation zur Sicherung eines reibungslosen und ehrenvollen Abstiegs zur Hand zu haben.

Die akute Bergkrankheit ist eine Adaptationsstörung als Folge eines Sauerstoffmangels bei raschem Anstieg und Verbringen der Nacht über 2500 m über Meer. Mehr als ein Viertel aller Personen leidet an Symptomen einer akuten Bergkrankheit, die sich mit Kopfschmerzen, Brechreiz, Schwindel, Schlafstörungen, trockenem Husten, Ataxie, Verwirrung, Desorientiertheit und Somnolenz manifestiert. Die meisten dieser Beschwerden sind selbstlimitierend und verschwinden mit fortschreitender Akklimatisation. Acetazolamid (Diamox®) wird vor allem zur Prophylaxe eingesetzt. Dieser Karboanhydrase-Hemmer führt zu einer metabolischen Azidose und dadurch zu einer Stimulation des Atemzentrums mit Verminderung der in der Höhe typischen periodischen Atmung. Es werden zweimal täglich 125 mg bis 2 mal täglich 250 mg Acetazolamid beginnend am Tag vor der Überschreitung der 2500 m Grenze bis zur Rückkehr auf diese Höhe eingenommen. Eine Therapie kann in leichten Fällen mit 2 mal 250 mg Acetazolamid oder Prednisolon 50 mg (z.B. Spiricort®) alle 8 Stunden erfolgen, Schwere Fälle werden mit einem Bolus Dexamethason (Decadron®) 8 mg i.v. gefolgt von 4 mg alle 4 bis 6 Stunden peroral behandelt. Das Absteigen auf eine Höhe unter 2500 m über Meer ist in jedem Fall sehr wichtig.

Die Prophylaxe eines Höhenlungenödems erfolgt am besten mit Nifedipin (z.B. mit Adalat CR 30 mg oder 60 mg/Tag). Zur Therapie wird falls vorhanden Sauerstoff 4 bis 6 L/Min. und in jedem Fall Nifedipin (z.B. Adalat retard 20 mg alle 6 Stunden) verabreicht. Ist ein rascher Abstieg nicht möglich, so kann dem Patienten in einem Gamow-Bag eine artifizielle Höhe von etwa 2400 m erzeugt werden, was jedoch mehrstündiges Betätigen der Pumpe durch Drittpersonen voraussetzt. Die prophylaktische oder therapeutische Einnahme von Acetazolamid oder Glukokortikoiden ist für diese Form der Höhenkrankheit keine ausreichend wirksame Alternative.


Prophylaxe akute Bergkrankheit

Hirnödem Acetazolamid 500 mg/Tag
  Steroide peroral
Lungenödem Nifedipin CR 30 –60/Tag
  Acetazolamid (keine kontrollierten Studien)

 

Therapie akute Bergkrankheit

immer Absteigen auf eine Höhe von unter 2500 m
Hirnödem Steroide
  Acetazolamid
  Sauerstoff, Gamow-Bag
Lungenödem Nifedipin 20 mg alle 6 Stunden
  Acetazolamid
  Sauerstoff, Gamow-Bag

 

Gamow-Bag zur Behandlung von schweren Höhenkrankheiten


Notfall-Kontrazeption
: Obwohl auf Reisen der Gebrauch von Kondomen häufig vernachlässigt wird, ist dies noch kein Grund eine Notfall-Kontrazeption zur Mitnahme auf die Reise zu verschreiben. Eine Notfall-Kontrazeption (z.B. Oestrogen-Gestagen-Kombination (Tetragynon®) muss nach der individuellen Situation verschrieben werden.

Erste Hilfe: In eine Reiseapotheke gehören auch Verbandsmaterial wie Heftpflaster, Verbandstoff, elastische Binde, sowie ein Antiseptikum (z.B. Povidon-Jod (Betadine®). Besonders wenn Kinder mitreisen oder bei Reisen in Malariagebiete ist das Mitführen eines Fiebermessers sinnvoll. Ergänzt werden kann die Reiseapotheke durch eine Schere und eine Fremdkörperpinzette.

Spritzen, Nadeln und Nahtmaterial gehören nicht in die Apotheke für Reisende in touristisch gut erschlossenen Destinationen. Für längere Abenteuerreisen, Expeditionen, Trecking etc. kann dies jedoch eine durchaus sinnvolle Massnahme sein. Um eine genaue schriftliche Instruktion wird man in einem solchen Fall kaum herumkommen. Eine Bestätigung in englischer Sprache sollte dem Reisenden unbedingt mitgegeben werden.